Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Das Hörspiel-Board. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Belphanior

Schergen-Toni

  • »Belphanior« ist männlich
  • »Belphanior« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 684

Wohnort: Frankfurt am Main

  • Nachricht senden

1

Mittwoch, 24. Februar 2010, 16:35

Mark Brandis - Vorstoß zum Uranus -1-

“Ich weiß, dass Mark Brandis gerne diese Expedition geleitet hätte, doch diesmal hatte ich einfach mehr Glück als er...“
(Ernest D. Scott)


2125: Die Strategische Raumflotte schickt Commander Ernest D. Scott und eine vierköpfige Crew mit einer Delta IX als erste bemannte Mission zum Uranusmond Oberon. Scotts Ehrgeiz, auch noch Mark Brandis' Geschwindigkeitsrekorde brechen zu wollen, wird der Expedition zum Verhängnis: es kommt zu einer Bruchlandung auf dem Mond Titania. Die Besatzung überlebt - doch niemand weiß, dass die Delta IX auf dem falschen Uranusmond gestrandet ist, und früher oder später lebenserhaltende Geräte ausfallen werden...

Commander Ernest D. Scott ist glücklich: Er hat den Auftrag erhalten, zum Uranusmond Oberon zufliegen. Er, Ernest D. Scott, wird der erste Mann auf dem Oberon sein und nicht sein ewiger Konkurrent Mark Brandis. Scott und Brandis verbindet eine alte Rivalität – sowohl in der Raumfahrt als auch bei einer bestimmten Frau: Ruth. Von Scotts Ehrgeiz getrieben, wagt die Crew das Experiment, den bestehenden Geschwindigkeitsrekord zu brechen. Dabei kommt es aber zu einem Desaster. Die Crew muss auf dem Nachbarmond Titania notlanden, und zwar in einer kilometerlangen tiefen Schlucht. Um die Raumflotte über die aktuelle Notsituation zu informieren, befiehlt Scott seinen beiden Männern McIntosch und Maddox den Aufstieg. Sie müssen am Rande der Schlucht Signale zur Raumflotte senden. In einer eisigen Kälte beginnen die beiden Astronauten mit dem Kampf gegen Hunger, Durst, Kälte und Hoffnungslosigkeit…
Die Geschichte ist anspruchsvoll: Parallelen zu dem Polarforscher Robert Falcon Scott werden aufgezeigt. Es sei erinnert, dass Robert Scott dank seines Wettlaufes um die Ersterreichung des Südpols gegen Roald Amundsen berühmt wurde. Scott wurde von Amundsen geschlagen, wie auch der Frauenheld Ernest Scott immer den Wettkampf gegen Mark Brandis verlor. Auf dem Weg zurück ins Basislager kam Robert Scott gemeinsam mit seinen Begleitern ums Leben. Die Gefolgsleute von Ernest Scott, McIntosch und Maddox, müssen auf dem Weg zurück zur Delta IX auch um ihr Leben zittern. Währenddessen hört der Commander aus dem Tagebuch seines Namensvetters.

Die Atmosphäre ist einzigartig. Es ist kalt, extrem kalt. Das lebensbedrohliche Gefühl ist noch intensiver als beim Dranga-Gletscher und Fairlane. Hier stimmt eigentlich alles, obwohl für das Leben der Protagonisten gar nichts mehr stimmt. Beängstigend, traurig und aussichtslos. Musik und Geräusche wie Wind, Schritte im Schnee und Klirren von Eis unterstreichen die Gefahr, Hoffnungslosigkeit und Kälte. Beeindruckend.


Die Sprecher dieser Folge gehören aus meiner Sicht mit zu den Besten der Hörspielbranche und beeindrucken durch die Art und Weise, wie sie ihren Charakteren in dieser lebensbedrohlichen Umgebung Leben einhauchen: Frank Glaubrecht als Cmdr. Ernest D. Scott, der an seinen Namensvetter Robert Scott denkt, Mark Bremer, der vor allem als Peter Lundt bekannt ist und Cpt. Peter Gottwald verkörpert, Sven Hasper als Lt. Winston McIntosch und Tobias Kluckert als mitfühlsamer, aufopferungsvoll kämpfenden Lt. Bill Maddox. Die Besatzung der Delta IX wird komplettiert von Sgt. Domenico Sini, der in seiner hervorragenden, unberechenbaren Art und Weise von Simon Jäger gesprochen wird. Eine Topgarde der Hörspielsprecher des 21. Jahrhunderts.


Maddox und McIntoschs Dialoge nehmen weite Teile des Hörspiels ein. Mit Ironie und Zynismus konnten die beiden anfangs noch ein wenig ihre Angst lindern; später fehlte selbst für Ironie die nötige Kraft. Rasch wurden die beiden von der lebensbedrohlichen Realität gebrochen.

Lt. Bill Maddox: „Geringe Schwerkraft und unsicherer Boden: Tolle Kombination.“
Lt. Winston McIntosch: „Ein Viertel haben wir: Zehn Kilometer.“
Lt. Bill Maddox: „Fantastisch.“


Das schön gemalte Cover zeigt Maddox und McIntosch, wie sie die Delta IX verlassen haben und sich auf diesen anstrengenden Weg begeben. Absolut passend zur Folge.


Der erste Teil vom „Vorstoß zum Uranus“ ist ein hervorragendes Hörspiel, welches durch eine unglaublich dichte, bedrohliche Atmosphäre und hervorragenden Sprechern brilliert. Bislang meine absolute Topfolge bei Mark Brandis. Wird der zweite Teil diese noch toppen können?

dot

Dr. Tod

  • »dot« ist männlich

Beiträge: 725

Wohnort: Winzenbutzhausen / Koenigshausen

  • Nachricht senden

2

Dienstag, 2. März 2010, 16:32

Meinung:

Folge 7 ist der Auftakt eines weiteren Zweiteilers der Serie, der mit Folge 8 dann auch schon abgeschlossen wird, wie bereits bei der "Testakte Kolibri" praktiziert. Die erste positive Überraschung: man ist zwar bei zwei einzelnen CDs für einen Zweiteiler geblieben, hat den Folgen jedoch dieses Mal unterschiedliche Covers spendiert (und WAS für schöne!), nicht so wie bei den "Kolibri"-Folgen, die sich beide mitl dem gleichen Cover begnügen mussten.

Überraschung Nummer 2: Serienheld Brandis ist zunächst einmal gar nicht mit von der Partie. Wir lernen den zielstrebigen Commander Ernest "John Sinclair" Scott (Frank Glaubrecht) kennen, der mit einer vierköpfigen Crew auf dem Raumschiff Delta IX zum ersten bemannten Flug zum siebten Planeten, dem Uranus, unterwegs ist. Durch eine eigenmächtige Entscheidung führt der selbstbewusste Commander das Schiff in eine Katastrophe - zwar wird das anvisierte Ziel in viel kürzerer Zeit erreicht als geplant, jedoch stürzt die Delta XI auf dem Uranusmond Titania ab - zu allem Unglück in einen 20 Kilometer tiefen Canyon, aus dem keinerlei Signale gesendet werden können. Die Lt's McIntosh und Maddox (brillant: Sven Hasper und Tobias Kluckert) erhalten kurzerhand den Befehl, einen Sender oberhalb des Canyons zu installieren - eine dramatische Kletterpartie an einer 20 Kilometer hohen, steilen Felswand beginnt. Werden die beiden Raumfahrer erfolgreich sein....?

Nebenbei treten auch wieder die Republiken mit finsteren Ränkeschmieden auf den Plan. War der Vorgänger "Testakte Kolibri" eher wie ein Top-Gun-Abenteuer angelegt, bietet "Vorstoß zum Uranus" richtig geilen Space-SciFi, und zwar jenen der realistischen Art. Es gibt keine Raumkämpfe a'la Star Wars und keine 150 Alienrassen wie bei Star Trek....man befindet sich noch im eigenen Sonnensystem und versucht langsam, dessen Grenzen zu erreichen. Der erste Teil der Story dreht sich dann auch größtenteils um die Havarie der Delta sowie die Rettungsmission der beiden Astronauten, welche mega-spannend in Szene gesetzt wurde und in einem dramatischen Finale gipfelt, welches beim Hören wirklich an die Nieren geht. Während die Astronauten in der eisigen Schwärze des Canyons mit ihren Lebensmittel-und Energiereserven kämpfen, hört sich Commander Scott derweil im warmen und mit Nahrung ausgestatteten Mutterschiff absurderweise ein Hörbuch über eine Plarexpedition an, in welcher die Protagonisten langsam an Hunger und Kälte zu Grunde gehen - ein fantastischer Kniff, wie ich finde, macht dieser doch die hoffnungslose Situation der Astronauten schmerzhaft deutlich, während sich der Verantwortliche der Katastrophe in relativer Sicherheit entspannt zurücklehnt und sich von einem fiktiven Drama, welches die Situation seiner Untergebenen sehr genau wiederspiegelt, berieseln lässt. Harter Tobak.

Am Ende der Folge taucht dann zum ersten Mal Mark Brandis als Einsatzleiter einer Rettungsmission auf....wir erfahren jedoch noch nicht, ob er mit ihr Erfolg haben wird.

Fazit:

Absolut spannender Auftakt zum neuen, zweiteiligen Mark-Brandis-Abenteuer.
>> Dans le dünkel, c'est bon münkel! :klugscheisser: <<