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Besen-Wesen

Ivan Kunaritschew

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Dienstag, 30. Oktober 2007, 10:37

Macabros: Blutregen

Das Ganze ist zwar sehr merkwürdig (mit den Ursen und dem Zwischenreich) und vom Inhalt mag ich die Folge weniger. Ich glaube aber auch, daß es die Folge mit dem meisten Humor ist. Es gibt jede Menge zu lachen, Hellmarks Sprüche sind besonders zahlreich. Außerdem gebe ich zu: Ich mag den asiatischen L-statt-R-Dialekt in Europa-Hörspielen. :-)
I don't kehr.

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Dienstag, 30. Oktober 2007, 14:36

RE: Macabros: Blutregen

Zitat

Original von Besen-Wesen
Das Ganze ist zwar sehr merkwürdig (mit den Ursen und dem Zwischenreich) und vom Inhalt mag ich die Folge weniger. Ich glaube aber auch, daß es die Folge mit dem meisten Humor ist. Es gibt jede Menge zu lachen, Hellmarks Sprüche sind besonders zahlreich. Außerdem gebe ich zu: Ich mag den asiatischen L-statt-R-Dialekt in Europa-Hörspielen. :-)


100 %ige Zustimmung in allen Punkten :-D

Wo wir gerade dabei sind: was sagt der Reisbauer gegen Ende des Hörspieles? Bumsbombel (OK, Bumsbomber, is klar) und ??? Klöppel Klöppel ??? ...verstehe ich da immer? Was sein Bedeutung von dies? :-D

Im Übrigen: dumme Sprüche mit Prollcharakter, jaaa, davon gibt's hier Hundertausende....es WIMMELT geradezu von ihnen :-D

Endgeil: Rumpeldipumpel, und futsch sind die Kumpel....au weiiiaaah!!! *lol*

Die Folge ist nebenbei aber auch durchaus spannend und gruselig. Außerdem enthält sie meinen allerliebsten Erzähler-Eröffnungssatz (...log wie gedruckt, er hasste Katzen, nichts war ihm mehr zu wider als.....bla bla bla bla bla ) *blumigred* *ausschweif* *in-Bildern-sprech* :-D

Jedenfalls wirkt dieses Hörspiel auf mich genauso beruhigend wie die rotglühend aufgehende Sonne auf einen bis aufs Blut unterkühlten, von dienstbaren Geistern eigens herbeigeflogenen Eskimo in der Sierra Nevada....oder an jedem anderen Ort zwischen Kapstadt und Spitzbergen oder Honolulu und Wladiwostok :-D *schwafel*
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Schamane

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Dienstag, 30. Oktober 2007, 17:16

Ich glaub er sagt etwas wie Tripper Klipper oder so.
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eason

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Dienstag, 30. Oktober 2007, 17:41

Ich verstehe "Klippel Klippel", aber was er mir damit sagen will, weiß ich nicht. :-D
Humankind cannot bear very much reality.
(T. S. Eliot)


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Dr. Tod

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Dienstag, 30. Oktober 2007, 19:01

Zitat

Original von eason
Ich verstehe "Klippel Klippel", aber was er mir damit sagen will, weiß ich nicht. :-D


Vielleicht "Tlippel Tlippel" = Tripper Tripper ?? :tape: ...würde inhaltlich schon zum Thema Sex-Tourismus passen....
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Besen-Wesen

Ivan Kunaritschew

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Mittwoch, 31. Oktober 2007, 12:29

Merkwürdig finde ich die "Katzenfrau" am Anfang des Hörspiels. Welche Funktion hat sie und warum löst sie sich mitsamt den Katzen auf? Eine Frau und Katzen aus Fleisch und Blut hätten nicht weniger gepasst, da die Szene für den weiteren Verlauf der Handlung nicht wichtig ist.
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Schamane

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Mittwoch, 31. Oktober 2007, 15:05

Zitat

Original von Besen-Wesen
Merkwürdig finde ich die "Katzenfrau" am Anfang des Hörspiels. Welche Funktion hat sie und warum löst sie sich mitsamt den Katzen auf? Eine Frau und Katzen aus Fleisch und Blut hätten nicht weniger gepasst, da die Szene für den weiteren Verlauf der Handlung nicht wichtig ist.


Ich könnte mal im Roman nachsehen, falls ich ihn habe.
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Oheim Sigi

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Mittwoch, 31. Oktober 2007, 17:32

Zitat

Original von Besen-Wesen
Merkwürdig finde ich die "Katzenfrau" am Anfang des Hörspiels. Welche Funktion hat sie und warum löst sie sich mitsamt den Katzen auf? Eine Frau und Katzen aus Fleisch und Blut hätten nicht weniger gepasst, da die Szene für den weiteren Verlauf der Handlung nicht wichtig ist.


Mir fällt gerade erst auf, dass Leute, die mehrere Katzen haben, immer als etwas sonderbar dargestellt werden, auch in der seltsame Wecker oder der Karpatenhund.
Soweit ich mich erinnere kommt die Auflösungsszene im Roman nicht vor. Darin ist Mrs Muxley eine relativ normale alte Frau, die das Haus unbedingt loswerden will. Der Thai Bauer leider auch nicht. ZUmindest nciht so, dass man ihn im Hörspiel wiedererkennt. :-D
Schnitzel!

Schamane

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Dienstag, 2. November 2010, 15:35

Unter meinen Top 3-Folgen der leider viel zu kurzen Serie.
"Ich danke für Ihren Beitrag in volkstümlicher Dämonenbelustigung, Mr. Hellmark."
"Dann macht es rumpel-di-pumpel und futsch sind die Kumpel."
Ein geiler Spruch jagt den anderen. :-)
Und ganz toll ist die Szene wenn Macabros den Satz beendet "Falsch, ich habe gar kein Herz." Riesig! :-)
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Roger Thornhill

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Dienstag, 2. November 2010, 22:09

Der ironische Unterton zieht sich ja wie ein roter Faden durch alle zehn Folgen. Daher gefallen mir die Macabros Hörspiele von Europa auch deutlich besser als die Adaptionen von Hörspielewelt. Die Heftchenserie ist nun mal Schund, weswegen aus meiner Sicht eine „werknahe“ Hörspielbearbeitung wie sie Hörspielewelt versucht, eher zum Scheitern verurteilt ist als eine etwas freiere, das Genre selbst nicht ganz ernstnehmende Bearbeitung. Letzteres hat Europa einfach exzellent hinbekommen.
Ach, und Blutregen gibt es natürlich :1a:

Schamane

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Dienstag, 2. November 2010, 22:33

Ich finde eine heftnahe Hörspielbearbeitung sehr gut. Vor allem ist die Serie Macabros im Vergleich zu anderen Heftserien alles andere als Schund.
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Mittwoch, 3. November 2010, 07:32

Ah, da isser ja wieder, der Blutregen :D

Die Frage, an der die Welt bisher gescheitert ist, wurde mittlerweile geklärt: Es heißt:

"Bums-Bombel und Tlippel-Klippel" (Bums-Bomber und Tripper-Klipper)


Jetzt müsste man nur noch das Java-Jim'sche Masegibt-Rätsel endlich mal lösen.....

:D
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Roger Thornhill

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Mittwoch, 3. November 2010, 18:58

Zitat

Original von Schamane
Ich finde eine heftnahe Hörspielbearbeitung sehr gut. Vor allem ist die Serie Macabros im Vergleich zu anderen Heftserien alles andere als Schund.


Verglichen mit anderen Heftreihen (z.B. John Sinclair) gefällt mir Macabros auch deutlich besser. Von formal ästhetischen Bewertungskriterien ausgehend sind es allerdings nur Nuancen, die die Serie, den eigenen Geschmack, Vorlieben etc. mal außen vor gelassen, besser machen als andere.
Schund bleibt die Macabrosreihe trotzdem. Auch wenn einem die Serie gefällt, kann man dies ruhig zugeben ohne in eine intellektuelle Sinnkrise zu verfallen.
Der schönste Kuhfladen der Erde bleibt trotz seiner Schönheit schließlich auch nur ein Kuhfladen.

Schamane

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Mittwoch, 3. November 2010, 20:53

Zitat

Original von Roger Thornhill

Zitat

Original von Schamane
Ich finde eine heftnahe Hörspielbearbeitung sehr gut. Vor allem ist die Serie Macabros im Vergleich zu anderen Heftserien alles andere als Schund.


Verglichen mit anderen Heftreihen (z.B. John Sinclair) gefällt mir Macabros auch deutlich besser. Von formal ästhetischen Bewertungskriterien ausgehend sind es allerdings nur Nuancen, die die Serie, den eigenen Geschmack, Vorlieben etc. mal außen vor gelassen, besser machen als andere.
Schund bleibt die Macabrosreihe trotzdem. Auch wenn einem die Serie gefällt, kann man dies ruhig zugeben ohne in eine intellektuelle Sinnkrise zu verfallen.
Der schönste Kuhfladen der Erde bleibt trotz seiner Schönheit schließlich auch nur ein Kuhfladen.


Geschuldet seines mangelnden Umfangs kann ein Heftroman nicht die Figuren-, Charakter- und Handlungsentwicklung bieten wie ein Buch. Dies wird oft durch die Kontinuität der häufigen Erscheinung weggemacht. Nur weil es bloß ein dünnes Heft ist, muss es nicht schlechter sein als ein Buch.
Wenn man dazu noch zurückschaut und sieht, dass viele Bücher, die heute als Klassiker angesehen werden, wie z.B. Moby Dick, zu Zeiten ihrer Erscheinung ebenfalls als Schund abgetan wurden, ist für mich ein Heftroman durchaus ein wichtiges Stück literarischer Arbeit. Es ist wahrhaft billige Massenunterhaltung, aber für Schund halte ich den Heftroman nicht immer.
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Mittwoch, 3. November 2010, 22:45

Gut, es bringt ja nun nichts ständig die eigene Position zu wiederholen. Daher nur noch kurz der Hinweis, dass es man Heftchenromane anhand bestimmter Kriterien generell als Schund bezeichnen kann (Gattungsmerkmale). Darüber gibt es ja nun zahlreiche Arbeiten.
Dass Moby Dick zeitgenössisch als Schund galt, ist mir völlig neu. Nur aus Interesse: Woher stammt diese Information?

Schamane

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Mittwoch, 3. November 2010, 23:07

Aus dem Wikipedia-Artikel, da steht das die Kritiken 1851 neutral über negativ bis vernichtend waren. Dies findet sich auch an anderen Stellen und zu einigen anderen heute als groß angesehenen Werken.

Anhand welcher Kriterien kann man denn Heftromane unisono als Schund bezeichnen und welche Arbeiten darüber ziehst du zu Rate?

Auch der Artikel zu "Schundliteratur" bei Wikipedia ist sehr interessant.
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Donnerstag, 4. November 2010, 22:50

Zimmermann, Hans Dieter: Trivialliteratur? Schema-Literatur! Entstehung, Formen, Bewertung, Stuttgart 1980 (?).
Domagalski, Peter: Trivialliteratur. Geschichte, Produktion, Rezeption, Freiburg im Breisgau 1981.
Nusser, Peter: Trivialliteratur, Stuttgart 1991.
Die oben aufgezählten Bücher beschäftigen sich allgemein mit Trivialliteratur (Schundliteratur). Gibt natürlich noch mehr zu diesem Thema, - vielleicht auch speziell über Macabros. Müsste man mal nachschauen.
Den Wikipedia-Artikel über Schundliteratur habe ich gestern übrigens auch noch gelesen (ebenso den über Moby Dick). :D
Hätte ich eigentlich noch wissen müssen, dass unter „Schund“ früher etwas anderes gesehen wurde als heute. Die Gleichung: schlechte Rezensionen = Schundliteratur/Trivialliteratur geht natürlich nicht. Die zeitgenössische Kritik an „Moby Dick“ zielte wohl hauptsächlich auf eine antireligiöse (bzw. antichristliche) Tendenz Buches ab(hab es nie gelesen, kann es ergo auch nicht beurteilen). Hier also Schund im Sinne von moralisch verwerflicher Literatur. Eine moralische Bewertung also keine ästhetische.

Allgemeine Kriterien: Festes Schema, schablonenhafte Handlung, stereotype Figuren, klare Grenzen (beim Arztroman/Liebesroman gibt es keinen Sex), meist einfacher Satzbau (häufig Umgangssprache), klare Orientierung an den Lesewünschen der Konsumenten (Erfüllung der Erwartungshaltung). Das war jetzt aus der Erinnerung heraus, also nicht vollständig (zumal auch unterschiedliche Auffassung existieren).
Ob man solche Kategorisierungsversuche für sinnvoll hält, sei mal dahingestellt. Jedenfalls kann man, wenn man will, es so machen. Man kann es natürlich auch sein lassen. Die Aufteilung in hohe Literatur und Schund-/Trivial-/Unterhaltungsliteratur ist wohl eher ein deutsches Phänomen. Davon abgesehen wurden zumindest einige früher noch zur Trivialliteratur gezählte Autoren (z.B. Courths-Maler, Ganghofer) inzwischen teilweise „aufgewertet“ wurden und die ganze Debatte auch nicht mehr so hitzig geführt wird wie früher.
Sorry für den Stakkato-Schreibstil, aber alles andere ist mir zu stressig.

Schamane

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Freitag, 5. November 2010, 10:02

Gerade das feste Schema und die stereotypen Figuren wurden durch Serien wie Maddrax ersetzt, die sich da erfrischend abhebt. Kein Schwarz-Weiß sondern viel Grau. Die heutigen Heftromane und ihre Autoren unterscheiden sich schon deutlich von den Altmeistern. :-)
Die klaren Grenzen resultieren vor allem im Horrorbereich durch den Jugendschutz. So musste Jason Dark deswegen damals wohl die Mordliga einmotten. Pah! :nö: Das war mit das beste, das er je geschrieben hat.
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Freitag, 5. November 2010, 17:17

Zitat

Original von Schamane
(...) Die heutigen Heftromane und ihre Autoren unterscheiden sich schon deutlich von den Altmeistern. (...)



Mag sein, aber das spielt keine Rolle für die prinzipielle Zugehörigkeit des Heftromans zur Trivialliteratur (für mich synonym mit Schundliteratur). Dass Sprache und Syntax im Heftroman sehr einfach gehalten sind, ist evident. Darüber muss man nun wirklich nicht diskutieren. Das kann jeder, auch ohne nähere Kenntnis des literaturwissenschaftlichen Arbeitens, durch einen simplen Vergleich eines Heftromans mit einem als anspruchsvoll geltenden Roman feststellen (im Idealfall gleiches Genre natürlich). Was die stereotype Darstellung der Figuren angeht, gibt es erstens den „Zeitgeist“ (z.B. Frauenbild, in den 1950er Jahren anders als heute), der sich natürlich auf die Darstellung ein einem Heftroman, dessen Zweck ausschließlich die Leserunterhaltung ist. Zweitens ist dies (die stereotype Darstellung)bei einer Serie mit immer wiederkehrenden Hauptfiguren weniger stark ausgeprägt als bei einer Reihe, in der z.B. einzelne, nicht zusammenhängende Liebesgeschichten veröffentlicht werden. Der Grund dürfte klar sein.
Schablonenhafter Aufbau, vorsehbare Handlung (Z.B. Gut gegen Böse. Na, wer gewinnt wohl?) ist heute im Heftroman ebenfalls der Normalfall. Aber im Prinzip drehen wir uns im Kreis, daher war das nun zu diesem Thema mein letzter Beitrag. So besonders ergiebig ist das Thema sowieso nicht.

Schamane

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Freitag, 5. November 2010, 19:36

Das das Thema nicht ergiebig ist, sehe ich als großer Heftroman-Fan natürlich anders. Aber auch ich will mit diesem Beitrag mein Schlussstatement abgeben.

Zum Zeitgeist: Auch ein Buch ist stets dem Zeitgeist unterworfen. Es sei denn, man muss zu einem Werk sagen "Es ist seiner Zeit voraus". Dies würde ich rückblickend auch auf einige Heftromanserien so sehen, die damals wenige Ausgaben erreichten, heute aber wahrscheinlich eine wesentlich längere Laufzeit schaffen würden.

Leseunterhaltung: Jedes fiktive Buch, dient der reinen Leseunterhaltung. Dies ist keine Frage des Umfangs oder Formats.

Die vorsehbare Handlung weise ich zurück, ebenso, dass stets das Gute triumphiert. Natürlich kann ich mir sicher sein, dass John Sinclair oder Professor Zamorra nicht das Zeitliche segnen werden, wäre ja auch schön dumm da gleichbedeutend mit dem Ende der Serie.

Das die Sprache und Syntax eines Heftromans per se einfach ist, sehe ich auch nicht so. Natürlich sind die Werke auf Kommerz ausgerichtet und damit auf ein gewisses Publikum. Dies ist allerdings auch bei Bücher so, die ebenfalls ihren Gewinn erwirtschaften müssen.
Da hat sich in den Jahren einiges getan und eine neue Generation Autoren schreibt heute ganz anders, als es in den alten Werken der Fall war.
Jede Serie hat ihr bestimmtes Publikum, aber das sind halt nicht (nur) Heranwachsende auf dem Weg zu "echten" Büchern oder Hausfrauen die ihren wöchtentlichen Ausflug in die heile Berg-, Arzt- und Liebeswelt suchen.

Der Begriff Trivialliteratur mag synonym zu Schundliteratur stehen. Ich persönlich benutze den Ausdruck Schundliteratur überhaupt nicht, da ich weiß, wieviel Arbeit in jedem einzelnen Werk steckt und dieser Begriff eine Herabwürdigung dessen ist.
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