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Puempel

Der schieläugige Kutscher

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Montag, 11. Januar 2016, 21:55

#1 Gabriel Burns - KW 02: Zauberer (21) & In das Dunkel (22)

Weiter geht's im lustigen Gabriel-Burns-Lauschen mit den Folgen 21 und 22.

Handlungsstrang Steven: Dass Steven seine Geschichte selbst erzählt, gefällt mir sehr gut. Sehr erfrischend anders. Dass Steven Bakermans Stimme aufgenommen hat und sich seine Sätze zu eigen macht, hat etwas cooles an sich. Dass eine kurzzeitige Warnmeldung als Fehlalarm durchgeht, finde ich bei so professionellen Strukturen hingegen sehr unglaubwürdig. Dieser Fehler wird natürlich bestraft und Steven entführt. Guter Nebeneffekt: Amintore Fink ist da. :yay: Eklig werden aber die drei folgenden Szenen, in denen dem einen Typen die Spritze in die Nase gesteckt werden, Valetta sich selbst umbringt und der Beobachter mit seinem knirschenden Geräusch zerfällt (letzteres vielleicht eher lustig als eklig). Buäääh. (Wer wird da eigentlich anstelle von Steven per Spritze kaputtgemacht und warum führt man ihm so etwas als Abschreckung vor? Tut doch gar nicht Not.) Naja, jedenfalls kann sich Steven befreien, findet zur Straße der Toten und dann diesen toten Mann, dem er die Geschichte erzählt (warum sieht er ihn als lebendig an?). Dann taucht der Flüsterer (?) oder etwas anderes wieder auf und sagt, dass Daniel nie zurückkehren wird. Dafür hat sich die Reise nach Sibirien gelohnt.
Die Straße der Toten wurde ihm am Anfang durch seinen Bruder genannt, oder? Aus der nächsten Folge wissen wir, dass er ein Beobachter ist. War das dann also alles von Fink geplant, um ihn in ein Flugzeug zu locken und dann zu entführen? Oder was ist da der Hintergrund?
Schön finde ich die Verweise auf die rumänische Pistole in der weißen Villa. Diese ist also irgendwie durch die Gabe gekommen, die er nicht kontrollieren kann. In der entsprechenden Folge (5?) weiß ich nämlich nie, was da gerade passiert. Und den Link zum Kind aus dem Mountain Whistler finde ich auch gelungen.


Handlungsstrang Joyce/Larry: Es geht nach Vietnam um einen Ammoniten zu finden? Weil Vietnam auf der Karte war, vermute ich mal. Das Leben verändert sich dort, das ist wenigstens schonmal konsistent mit anderen Orten und den Sphären. Dass dann Abdul ash Badri da ist, ist cool. Aber den Hintergrund verstehe ich nicht. Wegen der ganzen Skelette nehmen die beiden an, dass er die Fänge des Windes an seinen Leuten angewendet hat. Für die gute Sache? Was soll mir das jetzt sagen? Dann werden die beiden auf der weiteren Reise entführt von Finks Leuten und der Sinn der letzten Szene ist Informationen zu bekommen? Was genau? Keine Ahnung, soll wahrscheinlich nur wieder eine eklige Szene mit einem Bohrer werden.
Dass Bakerman Larry einen Sender in den Zahn einbauen ließ, finde ich das beste an dem Handlungsstrang.


Handlungsstrang Bakerman: Wie findet er Dorgan Fink? Die Begründung war mir zu schnell und unverständlich. Jedenfalls schleust dieser Bakerman in das organische U-Boot, das mit Wissen aus dem Ammoniten gebaut wurde (ich frage mich hier und auch in vorigen Folgen: wie genau transportieren die Ammoniten Informationen und wie liest man die? Liegen da drin Bücher rum?) Amintore Fink will durch Wasco-Folterschreie das Muttertier anlocken - das ist mal eine gute Idee, die ich auch nachvollziehen kann. Jetzt kommt aber die Logik, was die Ammoniten sind, und da wird es auch wieder kompliziert: stammen von urzeitlichen Wesen ab (check), verbanden sich mit dem einen (?)Wasco-Muttertier (check) --> Megafusion, die das Dröhnen aus dem Experiment Stille verursacht hat (check), Ammoniten werden zu Brutstätten des Muttertiers (check), jetzt tauchen die Fremden auf (okay... wie genau?) und verändern die Ammoniten (wie?) mit was (?) zu ihren eigenen Brutstätten (letzteres zeigt sich dann wohl dadurch, dass ein grauer Engel darin entstehen soll, also ein manipulierter Ammonit). Sind deshalb auch die anderen Ammoniten die Brutstätten von bösen Wesen gewesen (z. B. in Island und Rumänien)?
Dorgan hintergeht beide (Vater + Bakerman) und will sie mitsamt dem U-Boot. Die beiden retten sich aber. Gehen sie durch das Wolfram-Tor? Warum geht das dann in den Ammoniten und nicht irgendwo in eine parallele Welt? Kein Plan. Fink dreht ab und stirbt durch den neugeborenen grauen Engel, Bakerman kann sich retten, der Ammonit verschwindet in der Tiefe (ist letzteres jetzt gut oder schlecht?).


Am Ende dann noch ein Ausblick darauf, dass Bakerman nach Schottland gehen wird, und das ab jetzt die komischen Beobachter-Kinder (?) aus dem Kinderheim in Rumänien zu den Menschen kommen sollen um diese zu steuern (?).


So, das ist das, was ich resümiere. Ich muss sagen, die beiden Folgen haben durchaus ihren Unterhaltungswert und sind recht abwechslungsreich. Insbesondere sind sie vergleichsweise lang, ziehen sich aber dadurch nicht endlos. Vieles ist zwar unklar und verwirrend, aber man kann den beiden Folgen durchaus auch nachsagen, dass sie die ein oder andere Frage beantworten oder zumindest Verknüpfungen schaffen. Das macht sie für mich interessanter als manch andere Doppelfolgen.
I put my hands in the air. And you were there. (c) Pharrell Williams, 2014

eason

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2

Montag, 18. Januar 2016, 17:09

Es ist jetzt leider schon ein paar Tage her, dass ich die Folgen zu Ende gehört habe, deswegen ist meine Erinnerung schon wieder etwas schwammig. Gut, dass deine Beschreibung so ausführlich ist, Puem! :daumen:

Komischerweise ist vor allem "Zauberer" in meinem Kopf die "Kamtschatka-Folge", dabei spielt ja nur eine kurze Episode tatsächlich auf Kamtschatka, und der Ort spielt dabei noch nicht mal eine Rolle. Aber Kamtschatka ist für mich nun mal ein absoluter Sehnsuchtsort, daher kommt das wohl. Dass Steven seinen Handlungsstrang selbst erzählt, finde ich auch sehr gelungen - es zeigt auch, dass er Bakermans Kontrolle inzwischen ziemlich entglitten ist. Puems Fragen kann ich leider alle nicht beantworten, aber es ist gar nicht so, dass ich mich beim Hören ständig frage, wieso das alles passiert oder so, zumindest nicht in einem störenden Maße. Einige Passagen sind aber wieder sehr einschlafunfreundlich, gerade den Flüsterer (?) am Ende in der Halle verstehe ich immer ganz fürchterlich schlecht. An diesen Siberien-Handlungsstrang konnte ich mich übrigens noch überraschend gut erinnern, obwohl ich die Folgen auch ewig nicht gehört hatte.

Bei der Vietnam-Geschichte werden einige Passagen so dermaßen langsam erzählt, dass ich manchmal meine Konzentration verliere - vielleicht habe ich auch deshalb das Gefühl, hier einiges zu verpassen. Ein bisschen schön eklig ist es auch, gerade das Insekt, das sich in Larrys Kiefer bohrt, und die Symbiose aus Baum und was-noch-gleich. Wie Abdul ash Badri in dieses Gewölbe kommt und was es mit den Skeletten auf sich hat, check ich gar nicht, und was es uns sagen soll schon erst recht nicht. Aber von der Atmosphäre her ist das eine prima Szene. Ein bisschen habe ich das Gefühl, dass man unbedingt Vietnam einbauen wollte (Experiment Stille halt), aber nicht so recht wusste, wie.

Bakerman und die Finks schließlich ... etwas verwirrend. Warum landen die beiden in dem Ammoniten? Und wieso will Dorgan eigentlich beide umbringen? Die Szene im Ammoniten find ich aber klasse, sehr plastisch beschrieben und ziemlich beklemmend. In dieser Folge scheinen die einzelnen Handlungsstränge völlig losgelöst voneinander, es gibt gar keine Berührungspunkte und alles scheint zu zerfallen.

Insgesamt einer der besseren Zweiteiler, ich mag vor allem die Sibirien-Schiene gern.
Humankind cannot bear very much reality.
(T. S. Eliot)