Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Das Hörspiel-Board. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

dot

Dr. Tod

  • »dot« ist männlich
  • »dot« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 725

Wohnort: Winzenbutzhausen / Koenigshausen

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 25. Dezember 2011, 14:40

Terra Mortis (3) Nekropolis (PANDORAS PLAY)

Produktion: Pandoras Play
Skript und Regie: Dane Rahlmeyer
Dauer: 62 Min.
Medium: 1 CD
: 30.11.11


Sprecher:
Erzählerin: Elga Schütz
Jan: Rene Dawn-Claude
Nastja: Nientje Schwabe
Keller: Horst Kurth
Fee: Charlotte Uhlig
Roman Jessen: Heinz-Dieter Vonau
Kathrin Jessen: Corneilia Diesing-Vonau

Inhalt:
Ein Notruf führt Jan und die anderen in die Ruinen einer Großstadt. Eine Armee von Kadavern liegt zwischen ihnen und ihrem Ziel - doch die Toten sind nicht die einzige Gefahr, die ihnen droht.



Meinung:
So, da wäre sie nun, die sehnsüchtig erwartete Folge 3 der Serie "Terra Mortis" von Pandoras Play. Mein erster persönlicher Eindruck: Das Warten hat sich mehr als gelohnt!

Kennt man Zombie-Szenarien sonst nur aus (meist) amerikanischen Filmen & Serien, wird einem der Schrecken der Apokalypse wieder besonders nahe gebracht, befindet man sich doch in Hannover, einer bekannten deutschen Stadt, die einem doch irgendwie vertrauter vorkommt als das ferne Amerika....

Nach wie vor setzt die Serie nicht in erster Linie auf Zombie-Splatter und Mega-Dauer-Horror, sondern befasst sich mit Themen wie Menschlichkeit, Freundschaft, Vertrauen, Verlust und wird somit der Bezeichnung Horror-Drama mehr als gerecht.

Die Hauptstory - eine geplante Rettungsaktion in den Ruinen von Hannover - splittet sich in 2 Erzählstränge, zwischen denen immer sehr geschickt hin-und her geswitched wird, natürlich immer in den spannendsten Momenten. Gegen Ende nimmt die Story noch einmal eine überraschende Wendung, alles in allem fand ich die Folge sehr spannend und äußerst kurzweilig.

Das kleine Sprecher-Ensemble kann größtenteils wirklich überzeugen. Vielleicht hätte man Charlotte Uhlig's Erkältung mit einbauen sollen, bei ihren Parts hatte ich ständig das Bedürfnis, mir die Nase zu putzen :D Aber erkältet ist schließlich jeder mal, daraus kann man nun wirklich niemandem einen Vorwurf machen. Im Übrigen spielt die Jungsprecherin sehr glaubhaft, man sollte ihr durchaus öfter mal lebendigere Szenen geben (sie spielt ja nun mal einen äußerst ruhigen und einen mit der Weisheit einer alten Dame ausgestatteten Charakter, in einigen Momenten merkt man jedoch, dass sie sehr wohl zu noch ganz anderen Sprecherleistungen imstande wäre).

Das gleiche gilt für die Rolle des Jan; es ist klar, dass er am Boden zerstört und depremiert ist, dementsprechend tonlos fallen die meisten seiner Kommentare aus - in der Szene "Jan und Keller haben Zoff" ( :green: ) zeigt auch er, was in ihm steckt.

Nientje Schwabe überzeugt als toughe Gruppenleaderin, den kleinen Gag am Rande ("früher war sie Kindergärtnerin") fand ich witzig :laugh:

Auch Heinz-Dieter Vonau liefert eine überzeugende Vorstellung ab, man sieht beim Hören einen fix & fertigen, am Rande des Wahnsinns stehenden Mann vor sich. Cornelia Diesing-Vonau indes hat eine sehr kleine Rolle, überzeugt aber ebenfalls. Schon ihr erster Auftritt ist sehr authentisch: der panische Hilferuf per Funk klingt wirklich nach einem absolut verängstigtem Menschen, und an gespieltem Weinen sind schon Profisprecher gescheitert - hier wird das absolut glaubhaft rübergebracht! Sehr gut.

Erzählerin Elga Schütz führt, wie schon bei den vorherigen Folgen, souverän durch die Handlung, sie erinnert mich immer ein wenig an die alten TSB Sinclairs :langenase:

Zu Horst Kurth (Keller) kann ich eigentlich nur sagen, dass auch er seine Rolle - der lockere Halodri mit dem losen Mundwerk :hrhr: - authentisch rüberbringt, insgesamt haben es also alle Sprecher gut geschafft, die Story vor meinem geistigen Auge entstehen zu lassen und den Film in Gang zu bringen.


Musik und Geräusche klingen für meinen Geschmack fett und sind immer gut und passend platziert, auch Kleinigkeiten wie zB ein abspringender Hund wurden akustisch sehr gut umgesetzt.

Ein Wort zur Outro-Musik: wunderbar! Ich bin nicht so der erklärte Balladen-Fan, aber der Song Paperscraps von "The princess and the pearl" ist schon gut dazu geeignet, sich das ein oder andere Tränchen aus dem Auge zu drücken. Der sanfte, melancholische zweistimmige Gesang unterstreicht die teils hoffnungslose Atmosphäre des Hörspiels sehr gut und setzt einen äußerst passenden Schlusspunkt. Das Arrangement ist fast minimalistisch zu nennen, aber hier weiß jeder Musiker, was er tut, gemeinsam erschafft die Band eine großartige Atmosphäre, die mich angenehm an das leicht avangardistische Spätwerk von Talk Talk erinnert - und das meine ich als großes Kompliment!


Fazit:
Wie schon gesagt: das Warten hat sich gelohnt, ich bin sehr froh, dass die Crowdfunding-Aktion so gut geklappt hat und freue mich, dass auch wir (mit dem Hörgrusel) einen kleinen Teil dazu beitragen konnten :)

Abenteuerliche Reise durch eine postapokalyptische Welt, gute Horror-und Actionszenen, eine spannende Story und glaubhafte Darsteller machen Spaß und Lust auf mehr. Geräusche und Musik runden die düstere Atmosphäre ab. Auch das minimalistische Cover-Artwork passt sehr gut zum Gesamt-Konzept. Alles in allem: für mich persönlich eines der besten Hörspiele des Jahres 2011.

Kauftipp! Unterstützt die Serie und helft mit, die Story um Jan, Keller, Fee, Nastja & Co.zu Ende zu erzählen


5 von 5 - :daumen: :daumen: :daumen: :daumen: :daumen:
>> Dans le dünkel, c'est bon münkel! :klugscheisser: <<